Koch.Campus

Der Koch.Campus ist eine Initiative und eine Veranstaltungsserie der österreichischen Spitzen-Köche.
Ziel ist es, die österreichische Küche im In- und Ausland prägnanter zu positionieren.

Präsentation der “Charta Kulinarisches Österreich”

?Kulinarisches Österreich?Am 7. Mai stellten Vizekanzler und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter in der Meierei im Stadtpark die “Charta Kulinarisches Österreich” der Öffentlichkeit vor.

Die Gastgeber Birgit und Heinz Reitbauer versammelten zu diesem Anlass acht Köche des Koch.Campus und begleiteten die Präsentation mit einem 9-gängigen Menü.

Die Charta dient künftig als Leitbild für eine kulinarische Offensive Österreichs. Mit dieser Offensive sollen Qualität und ?Kulinarisches Österreich?Traditionsbewusstsein der Küche in Österreich gestärkt werden, aber auch die internationale Positionierung der kulinarischen Destination Österreich realisiert werden.

Die 10 Punkte der Charta wurden von Schauspieler Peter Färber vorgelesen und danach von zehn Persönlichkeiten unterschrieben: Vizekanzler Reinhold Mitterlehner; Landwirtschaftsminister Andre Rupprechter; Peter Stolba, Geschäftsführerin der Österreich Werbung; Michael Blass, Geschäftsführer der AMA-Marketing; Franz Windisch, Präsident der Wiener Landwirtschaftskammer; Mario Pulker, Bundesobmann der  Sparte Gastronomie der Wirtschaftskammer; Ferdinand Maier, Präsident des Kuratoriums Kulinarisches Erbe; Oskar Wawschinek, Generalsekretär des Kuratoriums Kulinarisches Erbe; Klaus Buttenhauser, Obmann des Koch.Campus – zum Abschluss unterzeichneten Birgit und Heinz Reitbauer die Charta!

?Kulinarisches Österreich?
Im Laufe der Veranstaltung wurde die Charta auch von den anwesenden Gästen und den Köchen des Koch.Campus unterschrieben. Wenn sich alle Personen und Institutionen, die die Charta unterschrieben haben, sich auch für die Umsetzung der Inhalte der Charta einsetzen, dann sollte es gelingen Österreich als kulinarische Destination stark und nachdrücklich zu positionieren.

Der Text der Charta:

1. Typisch für die kulinarische Identität Österreichs sind neben der Vielfalt an Sorten und Rassen unsere traditionellen Rezepte und Gerichte. Engmaschige Lieferbeziehungen und kurze Versorgungsketten zwischen landwirtschaftlichen Produzenten und der Gastronomie garantieren regionalen Genuss. Das trägt zu Klimaschutz und nachhaltigem Wirtschaften bei.
2. Regionale Spezialitäten, von bäuerlichen Produzenten und Manufakturen veredelt, sind Exzellenzmerkmale in der kulinarischen Positionierung Österreichs. Mit seinen sorgfältigen Herstellerbetrieben, überschaubaren Produktionseinheiten und traditionellen Produktionsmethoden profiliert sich Österreich als kulinarische Destination.

3. Mit Originalität, Authentizität und handwerklicher Perfektion haben sich Österreichs Top-Köche höchste Anerkennung als Schrittmacher für die moderne Interpretation der österreichischen Küche verschafft. Sie sind im In- und Ausland als kulinarische Botschafter geschätzt.

4. Seinen Anfang nimmt unser kulinarischer Weg bei Österreichs Bauern, die eine beeindruckende Vielfalt hervorragender landwirtschaftlicher Rohstoffe und Nahrungsmittel produzieren. Die Landwirtschaft ist klein strukturiert, arbeitet nachhaltig und die Produzenten haben ihre Wurzeln in den Regionen. Frische Produkte von den umliegenden Feldern und Weiden, aus Gewässern und Wäldern stehen für Reinheit, Sicherheit und Natürlichkeit.

5. Der Reichtum an regionstypischen Gerichten, Produkten und kulinarischen Traditionen macht den Stolz der österreichischen Gastronomie aus. Viele Regionen pflegen ihre charaktergebenden kulinarischen Profile, engagierte und qualitätsbewusste Gastronomen inszenieren das Thema für die Touristik.

6. Unser kulinarisches Erbe speist sich neben der höfisch-bürgerlichen Wiener Küche aus der regional-alpinen Küche. Die typischen Gar- und Zubereitungsmethoden waren stets und sollen in der Gastronomie künftig wieder stärker repräsentiert sein. Innovative Rezepturen auf Basis saisonal-regionaler Produkte werden auch in Zukunft für unsere kulinarischen Traditionen begeistern.

7. Das Kuratorium Kulinarisches Erbe Österreich motiviert Akteure aus Landwirtschaft, Wirtschaft und Tourismus, innovative Interpretationen unserer traditionellen Speisekultur umzusetzen. Es will damit Österreichs kulinarischen Weg zur Weltspitze bereiten.

8. Die Wiener Küche wurzelt in der k.u.k. Monarchie. Sie ist ihrer Entwicklungsgeschichte nach eine Fusionsküche, deren Tradition Elemente aus dem slawischen, romanischen, pannonischen und deutschen Kulturräumen sowie aus dem Balkan vereinigt.

9. Gemeinsam sind die Wiener Küche und die regional-alpine Küche Identität stiftende Kulturleistungen dieses Landes, die noch stärkere Verankerung im gesellschaftlichen Bewusstsein verdienen. Sie schaffen zudem die Basis für die Entwicklung eines spezifisch österreichischen kulinarischen Länderimages.

10. Österreichs kulinarischer Weg hat im Lauf der Jahrhunderte ein Erbe entstehen lassen, das Teil seiner Alltagskultur geworden ist. Bei Dorffesten, in Feinkostläden, Gasthäusern und Kaffeehäusern, in Buschenschanken oder beim Heurigen, am Würstelstand, beim Bäcker, Fleischer, Konditor oder beim bäuerlichen Direktvermarkter. Überall genießen wir die Schätze aus Österreichs Küchen.